Pluribus ist für mich das Serienhighlight 2025

Es war eher ein leiser Moment als eine wirklich große bzw lang überlegte Entcsheidung. Ein Abend, zu spät für Produktivität, aber anderseits auch zu früh fürs Einschlafen. Ich hab mich durch Menüs geklickt, halb interessiert, halb müde, bis Pluribus aufgetaucht ist. Kein großes Tamtam. Und genau das hat gepasst.

Was mich von Anfang an gehalten hat, war diese merkwürdige Ruhe. Die Serie schreit nicht nach Aufmerksamkeit. Sie sitzt da und wartet, fast schon stoisch. Carol Sturka wirkt wie jemand, der sich weigert, Teil eines kollektiven Wohlfühlwahns zu sein. Und ich hab gemerkt, wie angenehm es ist, einer Figur zuzusehen, die nicht gefallen will. Rhea Seehorn trägt das alles mit einer Selbstverständlichkeit, die man nicht lernen kann. Aber dennoch der eine oder andere sich davon ne Scheibe abschneiden kann.

Vielleicht liegt es an mir, aber 2025 fühlt sich sonst serienmäßig ziemlich flach an. Viel schaut gut aus, wenig bleibt hängen. Pluribus hingegen arbeitet nach innen. Jede Folge lässt etwas zurück. Keine schnellen Antworten, keine übererklärten Wendungen. Vince Gilligan vertraut darauf, dass wir mitdenken. Das ist heute echt selten geworden.

Ich hab irgendwann gemerkt, dass ich nach den Folgen nicht sofort zur nächsten App greife. Ich bleib sitzen. Denk nach. Manchmal ärgert mich das Tempo, manchmal bewundere ich es. Beides gleichzeitig geht offenbar auch.

Die frühe Verlängerung hat mich ehrlich erleichtert. Auch wenn es nicht offiziell ist, aber anscheinend wird Anfang 2026 an der zweiten Staffel gearbeitet. Siehe hier.

Auch wenn klar ist, dass wir lange warten werden müssen. Aber das fühlt sich diesmal nicht wie ein Verlust an. Eher wie ein Versprechen. Apple TV lässt der Serie Raum, und das spürt man. Pluribus ist für mich kein schneller Hit. Es ist eine Serie, die langsam wächst. Und genau deshalb ist sie für mich das Serienhighlight 2025. Wer hat’s schon gsehen?