Manchmal merkt man echt erst draußen, wenn man seine 4 Wände verlässt, wie laut es eigentlich im eigenen Kopf eigentlich geworden ist.
Genau so hat sich dieser Skitag für mich angefühlt. Ich bin in der Früh schon mit dem Gefühl losgefahren, dass ich dringend einmal raus muss. Die Wohnungsrenovierung daheim zieht sich nämlich schon länger, als ich mir das eingredet hab, und ganz ehrlich: Es ist schon ein bissl zach. Überall Entscheidungen, überall Staub, überall dieses ständige Abwägen, welche Farbe, welcher Boden, welche Lampe. Irgendwann will man einfach nur noch weg von dem ganzen Zeug. Nur weg. Bitte nur weg!
Und dann sitz ich plötzlich in der Sonne, mitten im Schnee, mit diesem fast schon kitschig schönen Bergpanorama vor mir. Der Himmel war komplett klar, so richtig kräftig blau, die Hänge weiß und hell, und hinter mir irgendwo hat man sogar die Gondel gesehen, die langsam vorbeigezogen ist. In meiner Hand ein kühles Bier im hohen Glas, goldgelb, mit einem kleinen Schaumrand oben, genau richtig nach ein paar Stunden auf der Piste.

Es war wirklich einer von diesen Momenten, wo man sich denkt. So, jetzt schalt ich ab. Jetzt ist Pause. Jetzt denk ich an gar nix. Tja. Fast. Denn natürlich hab ich währenddessen trotzdem wieder am Handy herumgeschaut und auf Seiten wie Wohntraumjournal.de nach Wohnideen gesucht. Ich musste selber lachen, weil es eigentlich absurd ist. Ich sitz im Schnee, in der Sonne, mit Bier in der Hand, und schau mir Innenräume, Farben und Deko an. Ganz normal bin ich eh nicht.
Aber vielleicht ist genau das grad mein Zustand. Ich will runterkommen, und gleichzeitig will ich, dass die Wohnung endlich schön wird und sich nach mir anfühlt. Beides stimmt. Beides ist grad da. Ich muss nicht so tun, als wär ich komplett entspannt, wenn ich es noch nicht ganz bin.
Trotzdem hat mir dieser Tag gut getan, vielleicht sogar mehr als ich zuerst gemerkt habe. Ein paar Schwünge, kalte Luft, Sonne im Gesicht und kurz dieses Gefühl, dass nicht alles gleichzeitig erledigt werden muss. Das war heute genug, und ehrlich, das war schon ziemlich viel.
Vielleicht ist Abschalten manchmal nicht perfekt. Vielleicht reicht ein Anfang.